Stationen
Station: Rinde
Beim Spaziergang im Wald sehen wir verschiedene Baumarten mit ganz unterschiedlichen Rinden: Die Buche hat eine glatte, die Fichte eine raue, harzige und die Kiefer eine schuppige Rinde. Besonders an gefällten Bäumen erkennt man die Unterschiede gut.
Die Rinde schützt den Stamm – sie ist wie eine Lebensversicherung für den Baum. Sie wächst mit, auch wenn sie dadurch rissig wird. Genau davon stammt auch das Wort „Rinde“ – es bedeutet eigentlich „das Rissige“. Ohne Rinde ist ein Baum schutzlos.
Auch wir Menschen brauchen Schutz – durch Dinge oder andere Menschen. Doch manchmal erleben wir auch, wie es ist, schutzlos zu sein, z. B. wenn jemand ausgeschlossen wird.
„Ich will ihn schützen, den er kennt meinen Namen (Ps 91, 14)”
Station: Steine
Steine begegnen uns überall – auf Feldern, Straßen oder im Garten. Sie sind schwer, können Pflanzen beim Wachsen hindern und stehen oft sinnbildlich für die Lasten des Lebens: Angst, Misstrauen, Resignation oder Hoffnungslosigkeit. Viele Menschen tragen solche “inneren Steine” mit sich, oft unbemerkt von anderen.
Die Redewendung „Da fällt mir ein Stein vom Herzen“ macht deutlich, wie erleichternd es sein kann, eine Last loszuwerden – durch ein gutes Wort, eine Geste, eine gute Nachricht.
Doch das Loslassen fällt nicht immer leicht. Wie in einem alten Text, in dem Frauen einen schweren Stein wegwälzen sollen, brauchen auch wir manchmal Hilfe und Hoffnung, um unsere Lasten zu bewegen.
Mit jedem Stein, den wir ablegen, wird das Leben leichter. Und diese Steine sind nicht sinnlos – sie können im Rückblick zu einem tragenden Fundament unseres Lebens werden.
„Einer trage des anderen Last (Gal 6,2)”
Station: Furt- Brücke
Manchmal liegt eine Furt vor uns – eine seichte Stelle im Fluss, die uns leicht ans andere Ufer bringt. In solchen Momenten scheint das Leben einfach.
Doch es gibt auch reißende Strömungen, tiefe Schluchten – Situationen, in denen wir eine Brücke brauchen: jemanden oder etwas, das uns trägt.
Brücken verbinden. Sie stehen für Hilfe, Vertrauen, Mut zum Übergang.
Wie im Lied Bridge over Troubled Water: Da sein, wenn’s schwer wird. Einander ans rettende Ufer begleiten.
Welche Brücken haben dich getragen? Für wen bist du eine?
„Ich werde dir einen Engel schicken, der dir vorausgeht (Ex 23,20)”
Station: Baumscheibe
Ein Blick in die Baumscheibe zeigt: Jeder Ring erzählt von einem Jahr – von Wachstum, Konkurrenz, Krankheit, guten Sommern. Was einst unter der Rinde verborgen war, liegt nun offen da.
Auch unser Leben hat solche „Jahresringe“. Vieles ist unsichtbar – aber prägt uns. Die ersten Jahre geben Halt, wie der feste Kern eines Baumes. Und doch: Nur wer beweglich bleibt, kann Stürmen standhalten.
Was hat dich stark gemacht? Wo bist du gewachsen?
„Der Herr lasse euch wachsen und reich werden in der Liebe zueinander ( 1 Thess 3, 12)”