Historie

Eng­furt – Land­schaft und Geschichte

Müh­le, Wohn­haus und die Klau­sen­kir­che lie­gen idyl­lisch in einer Schlei­fe der Isen. Gegen­über befin­det sich der ehe­ma­li­ge her­zog­li­che Amts­hof mit Her­ren­haus und Taver­ne. Eine mar­kan­te Sand­stein­wand, durch die Isen geformt, prägt die Kulisse.

Die Mül­ler von Eng­furt
Eine Müh­le wird erst­mals 1300 erwähnt, ver­mut­lich exis­tier­te sie aber schon zwei bis drei Jahr­hun­der­te frü­her. Die Fami­lie Eng­furt­ner besaß die Müh­le mit beson­de­ren Mahl­rech­ten und war als her­zog­li­che Steu­er­ein­trei­ber (Kas­ten­be­rei­ter) für das Kas­ten­amt Burg­hau­sen tätig. Anfang des 20. Jahr­hun­derts wur­de der Besitz auf­ge­teilt: Mül­ler­meis­ter Josef Rei­chen­spur­ner erwarb 1908 die Hälf­te des Amts­hofs, er bau­te 1911 das ers­te Kraft­werk der Gegend und errich­te­te 1931 eine moder­ne Kunst­müh­le und ein Säge­werk. Das Elek­tri­zi­täts­werk ist bis heu­te in Betrieb, die Müh­le wur­de 1963 wegen Kon­kur­renz geschlos­sen. Heu­te wohnt die Fami­lie Vogl-Rei­chen­spur­ner dort.

Hoch­was­ser als Her­aus­for­de­rung
Die Mül­ler­fa­mi­lie hat­te immer wie­der mit schwe­ren Hoch­was­sern zu kämp­fen, beson­ders 1954 wur­den Müh­le, Säge­werk und Brü­cke schwer beschä­digt. Die Brü­cke trägt seit­dem einen Knick. Auf­grund der Hoch­was­ser­ge­fahr durf­te das Säge­werk nicht erwei­tert wer­den und wur­de verlegt.

Die Ere­mi­ta­ge Eng­furt und die Klau­sen­kir­che
Am Hoch­ufer der Isen steht die Kir­che zur Hei­li­gen Drei­fal­tig­keit mit einer Ein­sie­de­lei, die 1718 vom Mül­ler Fried­rich Eng­fur­ter erbaut wur­de, nach­dem die alte Kir­che durch Über­schwem­mun­gen zer­stört wur­de. Berühm­ter Ein­sied­ler war Johan­nes Aloy­si­us Ströhl, bekannt für sei­ne Natur­heil­kun­de. Die letz­te Bewoh­ne­rin war The­re­se Fuße­der, die dort bis ins hohe Alter leb­te. 1922 ret­te­te Josef Rei­chen­spur­ner die Kir­che vor dem Abriss, seit­her pflegt die Fami­lie Vogl-Rei­chen­spur­ner das baro­cke Bau­werk. Die Klau­sen­kir­che ist heu­te ein leben­di­ger Ort für Got­tes­diens­te, Mai­an­dach­ten und Pil­ger. 2008 wur­de die Ein­sie­de­lei umfas­send saniert und bie­tet Raum für Men­schen, die Ruhe und Ein­kehr suchen.

Eng­furt ist ein Klein­od der Natur und ein stil­ler Ort des Friedens”